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Shopware vs. Spryker: Welches Shopsystem passt?

Shopware vs. Spryker: Welches Shopsystem passt?

Die Wahl des richtigen Shopsystems ist eine der wichtigsten Entscheidungen im E-Commerce. Im deutschsprachigen Raum stehen sich zwei starke Kandidaten gegenüber: Shopware aus Schöppingen und Spryker aus Berlin. Beide Systeme verfolgen unterschiedliche Philosophien und eignen sich für verschiedene Anwendungsfälle.

Shopware: Die bewährte Allround-Lösung

Shopware hat sich über zwei Jahrzehnte als führendes Shopsystem im DACH-Raum etabliert. Mit Version 6 erfolgte ein kompletter Neustart auf Basis von Symfony und Vue.js. Die API-first-Architektur ermöglicht sowohl klassische als auch headless Storefronts.

Die Stärken von Shopware liegen in der Balance zwischen Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit:

  • Erlebniswelten — visueller Page Builder für Content Commerce
  • Plugin-Ökosystem — über 4.000 Erweiterungen im Shopware Store
  • Flow Builder — automatisierte Geschäftsprozesse ohne Programmierung
  • B2B Suite — Erweiterung für Geschäftskundenhandel
  • Große Community — zahlreiche Agenturen und Entwickler im DACH-Raum

Laut heise online nutzen über 50.000 Shops Shopware — vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Mittelständler mit Millionenumsätzen.

Spryker: Enterprise Commerce Platform

Spryker verfolgt einen radikal anderen Ansatz. Statt eines monolithischen Systems bietet Spryker ein modulares Framework aus über 900 einzelnen Modulen. Jedes Modul kann unabhängig eingesetzt, angepasst oder ersetzt werden.

Die Architektur basiert auf drei getrennten Schichten:

  • Yves — die Frontend-Schicht für den Kunden
  • Zed — die Backend-Schicht für Administration und Geschäftslogik
  • Glue API — die API-Schicht für headless Szenarien
Spryker ist kein Shopsystem im klassischen Sinne, sondern ein Commerce-Framework. Es gibt keinen fertigen Shop „out of the box" — stattdessen wird jede Lösung individuell zusammengesetzt.

Architektur im Vergleich

Shopware: Pragmatisch und erweiterbar

Shopware baut auf einem soliden Symfony-Kern auf. Anpassungen erfolgen über Plugins, die klar definierte Extension Points nutzen. Das Event-System erlaubt es, nahezu jeden Prozess zu modifizieren, ohne den Core zu verändern. Updates sind dadurch vergleichsweise unkompliziert.

Spryker: Maximal modular

Bei Spryker wird auf Projekt-Ebene entwickelt. Module werden über Composer eingebunden und können auf Projektebene überschrieben werden. Die strikte Trennung von State Machine, Data Import und Geschäftslogik ermöglicht komplexe Workflows, erfordert aber tiefes technisches Verständnis.

Kosten und Ressourcen

Shopware bietet eine kostenlose Community Edition und kommerzielle Editionen ab circa 2.500 Euro monatlich. Ein mittelgroßer Shop kann mit einem Team von zwei bis drei Entwicklern betrieben werden.

Spryker lizenziert individuell und richtet sich an Unternehmen mit Jahresumsätzen im siebenstelligen Bereich. Die Initialkosten sind deutlich höher, und ein Entwicklerteam von mindestens fünf bis zehn Personen ist die Regel. Dafür bietet Spryker nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit.

Wann welches System?

Shopware eignet sich ideal für:

  • B2C-Shops mit bis zu sechsstelligen Produktzahlen
  • Content Commerce mit starkem Storytelling
  • Unternehmen mit begrenztem Entwicklerteam
  • Projekte, die schnell live gehen müssen

Spryker ist die richtige Wahl für:

  • Komplexe B2B-Marktplätze und Multi-Store-Szenarien
  • Unternehmen mit spezifischen Geschäftsprozessen, die sich nicht in Standard-Plugins abbilden lassen
  • Projekte mit hohen Performance-Anforderungen und Millionen von Transaktionen
  • Organisationen mit dediziertem Entwicklerteam

Für das Hosting beider Systeme empfehlen sich leistungsstarke Cloud-Server, beispielsweise bei Hetzner Cloud, die für deutsche E-Commerce-Projekte DSGVO-konformes Hosting in deutschen Rechenzentren bieten.

Fazit

Shopware und Spryker sind beide exzellente Systeme — für unterschiedliche Anforderungen. Shopware bietet die ideale Balance aus Funktionalität und Handhabbarkeit für den Mittelstand. Spryker liefert die technische Tiefe für Enterprise-Projekte mit individuellen Anforderungen. Die Entscheidung sollte immer von den geschäftlichen Zielen ausgehen, nicht von technischen Vorlieben.

Shopware vs. Spryker: Welches Shopsystem passt? - Illustration 1Shopware vs. Spryker: Welches Shopsystem passt? - Illustration 2

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